Vor ungefähr 5 Jahren stieß ich in den unerklärlichen Weiten des Internets auf das Album Functions, von A Colorblind Dig, ich schien wohl irgendwie in die Peripherie der Freundeskreispromotion geraten zu sein.
Mir gefiel es jedenfalls, und als ich dann letztes Jahr auf die großartige Idee kam ein Label zu gründen um befreundete Musiker in Kleinstauflagen auf Kassette zu verlegen dachte ich zuerst an ACD.
Gesagt, getan; schön wär's.
Erstmal musste ich das ganze Vorhaben um ein Jahr verschieben um die nötigen Finanzen beiseite zu schaffen. Ja, ich weiß, sollte kein allzugroßer Akt sein, sind ja nur ein paar Tapes, aber soistdasnunmal. Ein Duplikator musste auch her, für 60 Euro habe ich dann auf dem Flohmarkt einen Telex ACC 2000 gesichtet, der konnte zwar nur Mono und auch keine Metallbänder, aber der Größenwahn hatte mich gepackt, und generell sollte das alles ja auch eh ein bisschen Lofi sein, und jedes Tape einzeln mit dem Deck zu überspielen wird bei größeren Auflagen dann auch nervig, dachte ich mir so in meinen unreflektierten Allmachtsphantasien.
Der Plan war einfach:
- Im Freundeskreis würden sicher ein Paar weggehen
- Bei Bandcamp eine schöne Seite machen und zack zack sind wieder welche weg
- Ein Paar an die Band und deren Dunstkreis
- Dann bei gewissen Plattenläden anfragen ob die nicht so ein superkooles gerade voll beliebtes D.I.Y. Kassettenlabelrelease ins Sortiment aufnehmen wollen- versteht sich ja von selbst, dass die auf sowas nur warten.
- ???
- Profit!
Ich kam also sumasumarum auf die Fantastische Auflagenzahl von 50 Kassetten pro Release. Der Plan ging aber nicht auf.
Die angeschriebenen Plattenläden antworteten nicht, und mir wurde klar, dass ich wohl nicht der einzige mit so glorreichen Ideen bin. Das Feedback aus dem Freundeskreis war auch eher verhalten, bis auf eine Handvoll halbwarme Props für all die Mühe die ich mir gemacht habe hielt sich auch hier die Begeisterung in Grenzen.
Die Band hat auch inzwischen ein anderes
Projekt und scheint an dem alten nicht mehr so zu hängen, weswegen sie sich auch die Mühe sparen das in ihrem Freundeskreis zu spreaden.
Okay okay, ich habs verstanden, das war ein Schuss in den Ofen, ich habe Lehrgeld gezahlt, ich kann damit leben.
Das soll es allerdings nicht gewesen sein, es wird weitergehen, nur ein bisschen anders. Die nächsten 3 Releases warten schon. Facebookpromotion und nervige Werbe-Mails wird es auch weiterhin nicht geben. Die Auflagenzahl wird auf 10 gesenkt. Der Preis pro Tape wurde auf 3 Euro korrigiert.