8.3.13

Trapshit






Bei Trap denken die meisten zuerst an Baauers Harlem Shake, an Millionen Menschen die kollektiv ausrasten und sich dabei filmen, an eins der größten und globalsten Memes seit langem, denn selten war ein Meme demografisch so vielseitig und schon die bloße Anzahl an Videos und Klicks über einen Monat, nach dem es bereits von FOX und anderen zu werbezwecken benutzt und somit für tot erklärt wurde, ist umwerfend.

Am Meme wie an der Musik an sich scheiden sich die Geister, liegt dieser doch eine ganze eigene auf den ersten Blick recht infantil anmutende Ästhetik zugrunde die sich aus Instant-Ausrasten ohne Spannungskurve, tiefen Bässen die wohl am besten mit fetten wackelnden Ärschen in Zeitlupe visualisiert werden und klatschenden Snares zusammensetzt die einen anfeuern wie Mütter ihre Jungs am Fussballplatz.

Aber Trap ist inzwischen mehr als der simple Soundtrack zum gepflegten Besäufnis mit Hip Hop attitüde schaut es doch auf eine inzwischen ein Jahrzent währende eigene Musikgeschichte zurück. Natürlich bestimmen Ass&Titties, dicke Goldketten und New Era Caps die Landschaft, aber von den an Hardstyle Massenevents erinnernden Crowds sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn auch in ruhigeren Gefilden ist Trap inzwischen angekommen, so wie ich es mir gewünscht habe nach den ersten Tracks die ich wirklich nicht mehr als einmal hören konnte, aber gerne immer wieder, denn da schwang etwas mit was auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders neu war, aber der Bassmusik im allgemeinen neues Leben einhauchte.

Hier also ein Paar Trapperlen, ersteres ist das beste was ich seit langem gehört habe, vor allem die Tracks 5-10 haben's mir angetan. Wenn man  bedenkt wie die ersten ƱZ sachen klangen ist das  ein großer Schritt nach vorn, der Sound hat sich auf jeden Fall entwickelt und ist um einiges runder geworden. Auch wenn sich die meisten sicher erstmal zurechtfinden müssen, das Set belohnt mit einer Handvoll Schmuckstücken.


ƱZ - Balltrap Muzic Vol1 by ︻╦╤─ ƱZ ─╤╦︻



Des weiteren haben wie hier ein Album vom Hamburger Label Saturate Records welches mit Trap, Hip Hop und Bassmusik ein experimentelles Konglomerat an hoffentlich wegweisenden Künstlern und Alben bietet. Subp Yao mit seinem Album Smoke Up, Drink Up gefällt mir hier besonders gut.



 Bussin' Down von Chrissy Murderbot und Dj Spinn aus dem Hause Planet Mu, die hatten ja so ungefähr den ersten Sampler am Start was Juke und Footwork angeht.

Nochmal Dj Spinn, das Video gefällt mir besonders am Anfang wo sie um die Bräute tanzen Urban Tribalism fällt mir dazu ein :)
Abschließend noch etwas entspannteres was aber trotzdem drückt.
Ihr seht die Grenzen zu Juke, House etc pp sind fließend und führen zu neuen Wegen fernab bekannter Gefilde der Bassmusik.



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